Kann man in 6 Wochen Harmonika spielen lernen? Ja!

Hier ist meine Harmonikageschichte...

Ich heiße Ulla Hickstein, komme aus Nordschweden und lebe schon seit 25 Jahren in Augsburg in Deutschland. Seit 5 Jahren führe ich ein kleines, familiäres Hotel, zu dem auch schwedische Traditionen wie z.B. die Midsommerfeier oder das Luciafest mit viel Gesang und Tanz gehören.

Zusammen mit meinen Kindern habe ich gesungen und dazu Gitarre gespielt. Ich habe immer viel Spaß an der Musik gehabt und meine Fähigkeiten haben gereicht um Hausmusik zu machen.
Seitdem ich mit meinem Freund Reinhold zusammen bin, hat sich viel geändert. Er spielt auch Gitarre, singt gern und seit 2 Jahren spielt er die Steirische Harmonika .Wir haben angefangen miteinander zu singen und Gitarre zu spielen, was wunderbar harmoniert hat. Ende August letzten Jahres bin ich mit Reinhold das erste Mal zum Harmonika-Stammtisch in Schönesberg gegangen und das hat mir richtig gut gefallen, obwohl ich wegen des Dialekts nur die Hälfte verstanden habe :)

Da ich schon mein ganzes Leben eine begeisterte Gitarrenspielerin bin und von den Stammtischmitgliedern animiert wurde mit Gitarre zu begleiten, musste man mich nicht lange bitten. Das nächste Mal war ich dabei, es klappte auf Anhieb so gut, dass ich es selbst nicht fassen konnte. Ich spielte wie immer auf Gehör aber was mir fehlte waren die typischen Bassläufe, mit denen ich mich ab sofort befasste.

Im Oktober erzählte mir mein Freund, dass sein Harmonikalehrer ein Ensemble zu gründen plante -bestehend aus 3 Harmonikas, einem Kontrabass und einer Gitarre. Die Frage war, ob wir beide Lust hätten mitzuspielen – und Lust hatten wir! 3 Wochen später hatten wir unseren ersten Auftritt am Kirchweihmontag vor größerem Publikum. Zur Aufführung kamen Stücke aus den Michlbauer-Ensemble-Heften 1 & 2. Den Gästen hat es gefallen, dem Wirt und uns auch. Was wollten wir mehr? Da konnte ich nicht ahnen was noch kommen sollte …

Kurz danach sagte mein Freund: „Ulla, ich muss mit dir reden!“ und neugierig wie ich bin wollte ich sofort wissen was er auf dem Herzen hatte. Er meinte, dass es erstaunlich sei, wie gut ich unser Ensemble auf der Gitarre – vor allem nur nach Gehör – begleiten könne und dass ich sehr rhythmisch sei. Reinhold hatte einen Vorschlag: Ich sollte auch probieren, Harmonika zu spielen!
Ich war sprachlos…niemals hatte ich daran gedacht ein neues Instrument zu erlernen, ich war ja ganz zufrieden mit meiner Gitarre.
Dieses Bild war vollkommen neu: Ich als Schwedin in einem bayrischen Dirndl und mit Harmonika in den Händen, aber warum nicht? Ich dachte: entweder es geht oder nicht, und das wird sich zeigen. Also war meine Antwort zu Reinhold nach etwas Überlegung: Ich probiere es!!!

Ende Oktober 2015 waren die Michlbauer Harmonikatage in Höfen in Österreich und wir beschlossen dort hinzufahren. Was für eine tolle Veranstaltung! So viele Harmonikas und fröhliche Menschen wie Florian Michlbauer und Johannes Petz mit seinem Ensemble. Sogar der Weltmeister Denis Novato war da und zeigte, was man so auf der Harmonika machen kann. Ziemlich zum Schluss wurde auch noch ein Harmonika-Schnupperkurs angeboten, den ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Das war wirklich ein besonderer Moment, als ich das erste Mal eine Harmonika über meinen Schultern hatte, aus der tatsächlich verschiedene Töne herausströmten. Am liebsten hätte ich sofort weitergespielt, aber die Stunde war zu Ende. Mit vielen Eindrücken sind wir nach Hause gefahren und für mich stand fest: ICH MÖCHTE HARMONIKA SPIELEN LERNEN!!!

In Kürze hatte mein Freund eine gebrauchte Harmonika bei Michlbauer in Weyregg am Attersee gefunden und ließ diese bei Monika Wienerroither für mich reservieren. Es war eine wunderschöne Strasser Classic, vierreihig, in Nussbaum mit rotem Balg. Ich hatte mich auf Anhieb in dieses Instrument verliebt. Am Freitag, den 6.November um 12 Uhr mittags bin ich die stolze Besitzerin einer eigenen Harmonika geworden!!!

Am nächsten Tag fragten wir unseren Hotelier ob viele Gäste im Haus seien und ob es stören würde, wenn wir im Zimmer Harmonika spielten. Er sagte, dass um diese Jahreszeit nicht viel los sei und dass wir so lange spielen könnten wie wir wollten. Das ließen wir uns nicht zwei Mal sagen. Nach ca. 5 Stunden Intensivunterricht von Reinhold lief die Nachschlagbegleitung im 2/4, 4/4 und 3/4 Takt ziemlich gut, ich war überglücklich.
Am Sonntag gingen wir in Weyregg in den Gottesdienst und trafen danach den Vater von Florian Michlbauer. Er lud uns spontan zu einer kleinen Einkehr in sein Haus ein. Andreas Michlbauer ist 92 Jahre alt und kann somit auf ein langes und ereignisreiches Leben zurückblicken. Er hat uns viele interessante Einblicke in sein musikalisches Leben geboten, die uns tief beeindruckt haben. Vielen Dank dafür!

Als wir wieder zu Hause waren, überlegten wir, wie es weiter gehen sollte. Da ich ein kleines Hotel betreibe ist es nicht einfach, mir regelmäßig zu bestimmten Zeiten frei zu nehmen. Es ist oft schon schwer genug, die wöchentliche Ensembleprobe auf die Reihe zu bekommen. Reinhold machte den Vorschlag, es mit dem Michlbauer Fernlehrkurs zu versuchen. Das wäre die ideale Gelegenheit zu testen ob der Kurs hält was er verspricht.

Am Donnerstag, den 12.November, bekam ich die 10 DVDs und fing sofort an. Täglich begrüßte ich Florian, der mit viel Geduld neue Griffe erklärte und lächelnd mit mir übte. So konnte ich zwischen der Rezeptionsarbeit, dem Gäste Einchecken, dem Kochen und dem Abfragen meiner Kinder für die Schule Harmonika spielen üben. Ich war selbst über den raschen Fortschritt erstaunt. Der Kurs ist wirklich sehr gut aufgebaut, was es leicht macht, selbst zu üben. Dazu kommt, dass man in kürzester Zeit einen Erfolg spürt und ganz einfach weiter lernen will – eine Form von Spielgier ist tatsächlich da. Mittlerweile traue ich mich sogar hier in der Rezeption zu sitzen und zu üben, den Gästen gefällt es auch.
Unseren ersten gemeinsamen Auftritt hatten wir am Freitag, dem 20.November, auf einem Weinfest. Wir haben u.a. den „Kleinen Harmonikaspieler“ gespielt und zweistimmig gesungen. Es hat wunderbar funktioniert. Da habe ich mir gedacht: Bis Weihnachten möchte ich den Fernlehrkurs abgeschlossen haben.

Am 24.Dezember zu Weihnachten haben Reinhold und ich zusammen die Martl-Polka, das letzte Stück des Fernlehrkurses sowie den Pepperl-Boarischen gespielt. Ich die erste Stimme und Reinhold die zweite. DAMIT WAR ICH IM 7.HARMONIKA-HIMMEL!!!

Ich bin so froh, dass ich auf meinen Freund Reinhold gehört und mich auf das Experiment eingelassen habe. In 6 Wochen (42 Tagen) habe Ich es geschafft Harmonikaspielen zu lernen. Wir haben uns auch Gedanken gemacht, wie es mit uns musikalisch weitergehen soll. Deshalb haben wir uns entschieden, neben unserer wöchentlichen Ensembleprobe einmal im Monat von Augsburg nach Höfen in Tirol zu fahren, um zu erfahren wie die Michlbauer-Harmonikawelt das Harmonikaspielen vermittelt.

Wir wollen natürlich weiter jede Möglichkeit nutzen um mit 2 Harmonikas oder mit Harmonika und Gitarre uns und anderen eine Freude zu machen. Die Freude an Musik und Gesang hat für uns eine große Bedeutung. Wir haben sogar einen Namen für unser Duo: Da ich im hohen Norden von Schweden am Polarkreis, in Skellefteå, geboren bin und Reinhold auch Schweden liebt und Schwedisch spricht, haben wir uns den Namen POLARLICHTDUO ausgesucht. Die schnelle Entstehung unseres Duos haben wir dem Michlbauer Fernlehrkurs zu verdanken. Allen Verantwortlichen sage ich herzlichen Dank dafür.
Die Antwort auf die Frage ob man in 6 Wochen Harmonika spielen lernen kann lautet:
JA MAN KANN!!!

Mit freundliche Grüße

Ulla Hickstein
www.hotel-ludwigshof.de