Werner Fiechtl - ihm brachte das Christkindl ein Akkordeon

Griaß’t enk, mein Name ist Werner Fiechtl, geboren am 27. Juli 1964 in Schwaz, wohne mit meiner Frau Rosi und unserem Sohn Martin in Schlitters im Zillertal/Tirol

Schon im Kindesalter hatten „Akkordeonspieler“ für mich einen besonderen Stellenwert, mich faszinierte dieses Instrument! Irgendwann `mal bekam ich vom Christkind ein kleines Akkordeon. Mich interessierte aber nicht nur die Musik welche man mit diesem Instrument spielen konnte, nein, nämlich auch das Innenleben. So begann ich das Ding in all seine Teile zu zerlegen, leider ist es mir nicht mehr gelungen das Instrument wieder spielfähig zusammenzubauen! Vom Christkind bekam ich dann kein Akkordeon mehr, aber meine Mutter besorgte mir nach einigen Jahren ein Hohner-Club-Modell. Ein „Akkordeon mit Knöpfen“ wollte ich eigentlich nicht und war anfangs eher von diesem Instrument nicht begeistert. Bei meinem Onkel Hans machte ich dann aber die ersten Gehversuche auf dieser Hohner.

Als ich selbst Geld verdiente, kaufte ich mir eine gebrauchte „Novak-Harmonika“ und ging zu meinem Onkel Hans, um einige Grundgriffe auf der Steirischen zu erlernen. Ein professioneller Musiklehrer für die Steirische war zu dieser Zeit leider nirgends zu finden! Ich brachte mir das Harmonikaspielen zum größten Teil also selbst und nur nach Gehör bei. Im Zillertal gibt es ja eine Unzahl von Tanzmusikgruppen. Zu dieser Zeit waren die „Zillertaler Schürzenjäger“ die Topgruppe, und eigentlich wollte jeder genauso gut sein wie sie. So kam es, dass ich mit Kollegen Anfang der 90iger Jahre die Tanzkapelle „Zillertaler Jagerbuam“ gründete und mit ihnen ca. 10 Jahre auf der Bühne stand.

Mit 18 Jahren erlernte ich auch das Spiel auf der B-Tuba und trat nach dem Präsenzdienst in unsere Musikkapelle BMK-Schlitters ein. Während der Tanzmusikzeit musste ich allerdings einige Jahre bei der Blasmusik pausieren, aber heute bin ich wieder Mitglied bei der BMK und spiele die B-Tuba und den E-Bass.

Nach der Pflichtschule erlernte ich den Beruf des Maschinenschlossers. Es kam die Zeit wo ich mich nicht mehr in dieser Sparte wohl fühlte und verspürte, ich muss mich beruflich verändern. So nutzte ich die Gelegenheit und bewarb mich als Nachfolger für unseren Waldaufseher (Forstaufseher) in meiner Heimatgemeinde. Diesen Beruf übe ich nun schon seit 27 Jahren mit viel Freude aus.

Das „Ziachaspielen“ erlernte ich, wie vorhin erwähnt, nur nach Gehör. Ein Spielen nach Noten hat mich eigentlich nie interessiert! Nach der Tanzmusikzeit schenkte ich dem „Ziacha“ eher wenig Aufmerksamkeit, spielte fast nie mehr auf diesem Instrument und wollte es eigentlich verkaufen! Aufgrund eines traurigen Ereignisses kam es allerdings, dass ich auf Anregung meines Schwagers in der Kirche ein, zwei Stücke spielen sollte. Was spielt man denn in der Kirche? Also stöberte ich im Internet nach entsprechenden Stückeln, gelangte so auf die Michlbauer-Webseite und bestellte mir ein Spielheft mit Kirchenliedern! Schnell erkannte ich, dass das Ganze nichts mit einer Notenschrift zu tun hat. Der Spieltermin in der Kirche nahte und so musste ich mir im Schnelldurchlauf die Griffschrift selbst beibringen um doch noch den Wunsch meines Schwagers erfüllen zu können, insgeheim war es ja auch meiner. Das Spielen nach Griffschrift habe ich mir schwerer vorgestellt als es war, ich war begeistert und beschloss rasch, damit weiterzumachen.

Die Griffschrift erweckte in mir eine neue Art mit der Steirischen zu musizieren. Das „Tanzmusikgschnall“ ließ ich langsam zum Ende kommen. Irgendwann war ich dann soweit und dachte mir, eigentlich könnte ich mich bei Michlbauer als Harmonika-Lehrer bewerben. Also nahm ich mit Unterrichtsleiter Hannes Petz Kontakt auf und wurde immer mehr von der Michlbauer-Philosophie regelrecht „infiziert“. Schliesslich absolvierte ich in den Jahren 2010 und 2011 bei Hannes einige Unterrichtsstunden und machte 2011/2012 die Lehrerausbildung im Florineum in Weyregg.

Meine Familie und ich wohnen im selbst erbauten Eigenheim. Gemeinsam mit meinem Sohn Martin (er ist Tischler) baute ich im Keller einen gemütlichen Proberaum aus. In dem unterrichte ich seit Herbst 2012 nebenberuflich 11 Schüler (jüngster Schüler 6 Jahre, ältester Schüler 68 Jahre). Es ist eine tolle Sache als Michlbauer-Lehrer tätig zu sein, und ich freue mich jede Woche auf den Unterricht mit meinen Harmonikaschülern!

In der Freizeit bin ich mit meiner Familie gerne beim Wandern, Skifahren und Radfahren sowie beim Musizieren mit der BMK-Schlitters und den Schlitterer-Sängern.

Kontaktinfos:

Werner Fiechtl
Harmonikalehrer
6262 Schlitters 184
Tel.: +43 (0) 5288 72029
EMail: werner.fiechtl@michlbauer.com

(Fotos: Privatarchiv Werner Fiechtl)