Helene Wechselberger

„Die Steirische ist für mich nicht einfach nur ein Instrument, sie ist für mich Lebensgefühl und bedeutet Lebensfreude pur.“

Griaß enk, mein Name ist Helene Wechselberger, Jahrgang 1973. Ich bin aus Weißenbach, verheiratet und stolze Mutter einer Tochter.

Ich hatte das Glück, in eine musikalische Familie hineingeboren zu werden. Bei uns wurde immer musiziert, gesungen, gepfiffen und gejodelt. Auch gab es bei uns ein Sammelsurium an Musikinstrumenten: Klarinette, Blockflöte, Okarina, Zither, Hackbrett, Gitarre, Raffele, Mundharmonika, Maultrommel um nur einige zu nennen und unter anderem auch eine Steirische Harmonika.

Meine eigene musikalische Laufbahn begann in der Volksschule, wie damals üblich, auf der Blockflöte. Nachdem ich dann allerdings ein Salzburger Hackbrett (chromatisch) bekommen hatte, hielt mich nichts mehr auf der Flöte und ich stürzte mich mit Begeisterung auf mein neues Instrument, das mir mein Vater zu Hause selbst beibrachte. Er legte dabei viel Wert auf ein exaktes Spiel. Dafür bin ich ihm heute noch sehr dankbar. Mein älterer Bruder Martin lernte bei Großvater die Zither, Papa spielte Gitarre und schon bald konnten wir zusammen musizieren, was natürlich doppelt so viel Spaß machte. Mehrere Jahre musizierten wir als Stubenmusik und konnten in dieser Zeit auch einige Auftritte, zum Beispiel bei Adventsingen oder Musikantentreffen bei uns im Dorf, absolvieren. Meine Kindheit war geprägt von echter Volksmusik und von Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainern, deren großer Fan mein Vater war.

Als Jugendliche sang ich viele Jahre im Weißenbacher Jugendchor, mit dem wir zahlreiche rhythmische Messen und Hochzeiten gestalteten. Da ich nach dessen Auflösung das Singen nicht aufgeben wollte, wechselte ich zum Kirchenchor St. Sebastian in Weißenbach, wo ich seit mehr als 10 Jahren die Alt-Stimme singe.

Nach dem frühen Tod meines Vaters im Jahre 2003 wuchs in mir der Wunsch, auf seiner alten Novak die Steirische zu erlernen. Wie es der Zufall wollte, fand einige Zeit später bei uns in Weißenbach im November 2004 ein Info-Abend mit Florian Michlbauer statt. Anfangs noch etwas skeptisch – ich konnte mir das Spielen mit 5 Fingern zuerst kaum vorstellen, da ich davon noch nie gehört hatte – ging ich dorthin und war innerhalb weniger Minuten vollkommen von dieser Methode überzeugt! Sofort meldete ich mich zum Unterricht an und war von Anfang an mit Begeisterung und Eifer dabei. Mit Johannes Petz hatte ich den für mich idealen Lehrer gefunden. Er hat mir alles beigebracht, was ich heute auf der Steirischen kann.

Bereits im Frühjahrssemester 2005/2006 begann ich meine ersten eigenen Schüler zu unterrichten und absolvierte im Herbst 2006 erfolgreich die Lehrerausbildung der Michlbauer Harmonikaschule.

Ständige Weiterbildung wird bei Michlbauer groß geschrieben und ich besuche so viele Fortbildungen, wie ich nur kann. Seit 2014 bin ich zusätzlich zu meiner Lehrertätigkeit auch noch im Büro in Höfen tätig. Zuerst ein Jahr im Verkauf bei Max und seit kurzem als Assistenz von Johannes Petz, dem Unterrichtsleiter. Für unsere neue Michlbauer-Methode durfte ich das Lektorat übernehmen. Dass ich zu diesem tollen, neuen Lehrwerk einen kleinen Teil beitragen durfte, war für mich eine große Ehre.

Die Entscheidung zu unterrichten, war wohl eine der besten meines Lebens. Neben meinen Aufgaben als Hausfrau und Mutter kann ich meine Lehrertätigkeit getrost als meinen Traumberuf bezeichnen. Meine Liebe zur Musik und speziell zur Steirischen an andere Menschen weitergeben zu dürfen, ist für mich eine sehr erfüllende und überaus sinnvolle Tätigkeit. Ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen meiner Schüler, sowie absolute Diskretion gehören für mich dazu. Das Menschliche darf nicht zu kurz kommen!

Ich hoffe, dass es mir gelingt, möglichst vielen Menschen die Freude an der Musik näherzubringen und damit ihr Leben entscheidend zu bereichern!

(Fotos: Michlbauer GmbH)